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Bildquelle: imago/Matthias Koch

Fanszenen Deutschlands kündigen neuen Protest an 19.387 vom 20.11.2018, 12:56 Uhr


Bundesweiter Protestspieltag: Stimmungsverzicht in der kompletten 1. Halbzeit!

vom 20.11.2018, 12:56 Uhr

Die Fanszenen Deutschlands haben angekündigt, dass es am 13. Spieltag (der 1. Bundesliga) zu einem weiteren bundesweiten Protestspieltag kommen wird. Vom 30. November bis zum 03. Dezember werden alle teilnehmende Fanszenen deutschlandweit in der kompletten ersten Halbzeit auf den organisierten Support verzichten.

Ziel des Protestspieltages ist es, die Spieltage unter der Woche und vor allem aber die unbeliebten Montagsspiele abzuschaffen. Außerdem soll nach dem Aufkommen von Plänen für eine etwaige SuperLeague weiter für den Volkssport Fußball und die Fanbasis gekämpft und dem Druck der steigenden Kommerzialisierung und Intransparenz entgegengewirkt werden.

Gladbach Protest für fangerechte Anstosszeiten | Bildquelle imago

„Wie die Anstoßzeiten in den kommenden Spielzeiten gestaltet werden, liegt auch in unserer Hand. Als Fans und Mitglieder haben wir ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Vereinsvertreter auf DFL-Sitzungen entscheiden. Nur mit umfangreicher Transparenz kann Abstimmungen und dubiosen Deals in Hinterzimmern entgegengewirkt werden.", heißt es in der Ankündigung.

Da auch an diesem Spieltag in der ersten Bundesliga ein Montagsspiel stattfinden wird, und die Ausschreibung der TV-Rechte laufen, wollen die Fanszenen Deutschlands an diesem Spieltag ein deutliches Zeichen setzten. „Die Vorbereitungen für die nächste Ausschreibung der TV-Rechte sind in vollem Gange. Unsere Forderung an die Vertreter der Vereine in der DFL ist klar: Schafft die Montagsspiele und die Anstoßzeiten unter der Woche ab!" schreiben die Fanszenen in ihrem Aufruf.

Bereits im September gab es einen Protestspieltag der Fanszenen Deutschlands, bei welchem die ersten 20 Minuten auf organisierte Stimmung  in den Stadien verzichtet wurde.

Dynamo Choreo gegen Sandhausen | Bildquelle Jokers Radeberg

Die komplette Ankündigung, wie sie von vielen Ultragruppen in ähnlicher Form veröffentlicht wurde im Wortlaut:

Die jüngsten Veröffentlichungen zu Super-League-Plänen und anderen geheimen Deals in den Hinterzimmern der Manager sollten auch den letzten Zweiflern vor Augen geführt haben: Die heutige Fußballwelt hat mit Werten wie Fairness und Solidarität rein gar nichts mehr zu tun.

Finanzstarke Klubs umgehen im großen Stil Regelungen und werden bei ihren Bestrebungen nach immer mehr Profit ungeniert von führenden Funktionären hofiert und sogar noch vor Sanktionen geschützt. Die Schere zwischen arm und reich geht dabei immer weiter auseinander. Verlierer dieser Entwicklung sind neben den tiefer spielenden Vereinen der sportliche Wettbewerb im Gesamten und insbesondere wir Fans.

Es zählen vor allem Rendite und die Generierung von noch mehr Geld. DFB und DFL demonstrieren dies seit längerem, zuletzt unter anderem durch Anstoßzeiten fürs TV, die fundamental entgegen den Belangen von uns Stadiongängern stehen. In allen oberen Ligen finden nun Spiele am Montagabend statt, seit letzter Saison sogar in der ersten Bundesliga. Diese Entwicklung darf von uns Fans nicht hingenommen werden, denn nur wir können mit geschlossenem und starken Protest diesem Trend entgegenwirken! Im Sinne eines Fußballs für die Fans und nicht eines des finanziellen Profits.

Die Vorbereitungen für die nächste Ausschreibung der TV-Rechte sind in vollem Gange. Unsere Forderung an die Vertreter der Vereine in der DFL ist klar: Schafft die Montagsspiele und die Anstoßzeiten unter der Woche ab!

Wie die Anstoßzeiten in den kommenden Spielzeiten gestaltet werden, liegt auch in unserer Hand. Als Fans und Mitglieder haben wir ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Vereinsvertreter auf DFL-Sitzungen entscheiden. Nur mit umfangreicher Transparenz kann Abstimmungen und dubiosen Deals in Hinterzimmern entgegengewirkt werden.

Am 13.Spieltag hat die DFL erneut ein Erstligaspiel auf den Montagabend gelegt, zudem findet in der 3. Liga unter der Regie des DFB, wie fast jeden Montag, eine Partie statt. Am Wochenende rund um diesen Spieltag wird es daher zu bundesweiten Protesten in den Fankurven kommen:

Wir werden daher, beim kommenden Heimspiel gegen den SV Darmstadt, die komplette erste Halbzeit auf organisierten Support verzichten.

Ein wirksamer Protest kann nur gemeinsam funktionieren. Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, die eigene Mannschaft in dieser Zeit nicht zu unterstützen. Allerdings besteht die riesige Chance auf entscheidende Veränderungen, die den Fußball endlich wieder in eine positive Richtung lenken würden. Aus Kreisen der Vereine ist zu hören, dass die Abschaffung der Montagsspiele und englischen Wochen als durchaus realistisch eingeschätzt wird. Selbst das Montagsspiel der zweiten Liga steht zugunsten eines Alternativtermins am Samstagabend zur Diskussion. Also lasst uns aktiv werden und unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Wir holen uns unser Spiel zurück!

 

Bildquelle Titelbild: imago/Matthias Koch

Kommentare (Kommentar schreiben)
Balu am 20.11.2018 14:24 Uhr:
Tennisbälle, die zur Spielunterbrechung führen sind effektiv und gut. Ob die linke Brut da 45 Minuten auf ihr schallalalala verzichtet merkt keine Sau.
Bärentöter antwortete am 21.11.2018 10:20 Uhr:
Die rechte Brut kann nur pöbeln, ist dann eher erholsam, mal keine Affenlaute und rassistische Bemerkungen eine Halbzeit lang im Stadion zu hören. Aber das halten die ja leider nicht durch, würde ihnen ja das bissel Resthirn durchbrennen, wenn sie ihren Dreck nicht in der Umwelt verteilen könnten.
Makrele antwortete am 21.11.2018 17:32 Uhr:
Vor einem Kommentar bitte das Gehirn einschalten, ansonsten das Spiegelbild besser bespaßen.
rene weber am 20.11.2018 15:45 Uhr:
der 1. fc lok leipzig so wie chemie halle werden dran teilnehmen
Oliver am 20.11.2018 16:36 Uhr:
Ja das mit den Tennisbälle waren wir Frankfurter die diese Aktion natürlich Unterstützend bei wirken werden .
#Zeichensetzen
Hallo am 20.11.2018 17:36 Uhr:
Am Besten jeden Spieltag die 1.Halbzeit Boykottieren, bis die Forderungen erfüllt sind.
Robert Purkhart am 20.11.2018 17:44 Uhr:
Bin es auch leid, volle Unterstützung! Schaue mir das schon länger nicht mehr an. Sky abgemeldet
Hannes am 20.11.2018 23:02 Uhr:
Das ist doch Quatsch und bringt nichts. Wir bleiben einfach allen Montags-Spielen fern. Wenn keine Zuschauer kommen überlegen sie erst!
Lukas am 21.11.2018 11:23 Uhr:
Schalke macht da ja auch immer mit. Finde es gut, dass auch 3-4 Liga oder sogar 5. Liga dabei sind! #zeichensetzen#fickdichdfb
Helga Noffke am 21.11.2018 12:52 Uhr:
Eure Beweggründe sind verständlich. Was sollte denn noch getan werden, um diesem Irrsinn zu begegnen. Ich befürchte nur, dass den Leuten von DFB und DFL wenig interessiert bzw. egal ist, wie wir reagieren. Die Leid tragenden sind letztendlich unsere Mannschaften ohne Emotionen der Fans. Ich wuenschte, dass im Sinne der Fans entschieden wird.
Ja doch egal ! am 30.11.2018 17:48 Uhr:
Als Fußballfan finde ich es super kacke wie es zur Zeit läuft , dass muss ich euch ja nicht erzählen - ! Tipp um Aufmerksamkeit zu bekommen - jedes mal, wenn euer Verein ein montagsspiel hat, geht ihr geschlossen zu einer anderen Veranstaltung z.b. springreiten, Golf, oder geht zu jugendclubs des vereins ! (Eltern und verbände werden sich erdt recht an den dfl wenden) und macht da Stimmung- 1. Der Staatsapperat ist auf sowas nicht vorbereitet 2. Die schönwettersportler sind empört 3. Andere sportverbände Regen an , dass beim DFL ein Umdenken passiert ... Das hätte eine andere Tragweite-

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