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Proteste gegen Investoren in der DFL 1.394 vom 27.03.2024, 22:05 Uhr


DFL-Proteste: DFB legt Strafen für Spielunterbrechungen fest

vom 27.03.2024, 22:05 Uhr

Wochenlang flogen in den deutschen Stadien zahlreiche Tennisbälle, Flummis und Schokotaler aus den Fankurven auf den Rasen und sorgten so für zahlreiche Spielunterbrechungen. Die deutschen Fanszenen protestierten gegen einen möglichen Investoreneinstieg in die DFL. Infolge der immensen Proteste hat das Präsidium der DFL am 21. Februar 2024 auf einer außerordentlichen Sitzung in Frankfurt am Main beschlossen, den Prozess zum Abschluss einer Vermarktungspartnerschaft nicht weiterzuführen. 

Dortmund Protest gegen Freiburg | Bildquelle www.suedtribuene-dortmund.de

Am 20. März 2024 hat sich der DFB-Kontrollausschluss eine einheitliche Linie zur Behandlung der Spielverzögerungen verständigt und die ersten Strafanträge an die Vereine verschickt. Nach eigenen Angaben wolle man "maßvolle und je nach Liga und Länge der Spielunterbrechungen abgestufte Geldstrafen" beim DFB-Sportgericht beantragen. Zudem wird jeweils ein sogenannter Strafnachlass in Höhe von etwa einem Drittel der beantragten Geldsumme enthalten sein, der auf Anregung des Kontrollausschusses von den Vereinen auch für Fandialoge genutzt werden könne.

In der Bundesliga sollen die Vereine für kurzweilige Spielunterbrechungen mit 10.000€ belangt werden, in der 2. Bundesliga 5.000€ sowie in der 3. Liga 2.500€. In Extremfällen können in der 1. Bundesliga bis zu 50.000€, in der 2. Bundesliga maximal 30.000€ sowie in der 3. Liga bis zu 15.000€ fällig werden. Dem Verband zufolge wird nicht der Protest an sich sanktioniert, sondern die Unterbrechungen, bei denen bewusst Grenzen überschritten wurden.

Allein in der ersten Woche verhängte der DFB im Zusammenhang mit den Protesten gegen den Investoreneinstieg Strafen von insgesamt 317.500€. Bislang wurde Union Berlin mit einer Strafe in Höhe von 60.000€ für Spielunterbrechungen bei vier Auswärtsspielen mit einer Unterbrechungsdauer von insgesamt 26 Minuten mit der höchsten Strafe belangt. Für die "Extremfälle" bei Hertha BSC oder Hannover 96, wo die Proteste fast zu einem Spielabbruch geführt haben, wurden bisher keine Strafen ausgesprochen. 

Die DFB-Strafen aufgrund der DFL-Proteste im Überblick:

VereinStrafeUnterbrechungenDauerNachlass
SpVgg Fürth7.500€24 Minuten2.400€
Holstein Kiel5.000€11 Minute1.600€
Werder Bremen10.000€14,5 Minuten3.300€
SC Freiburg30.000€311 Minuten 9.900€
Bayern München40.000€321,5 Minuten13.200€
Holstein Kiel5.000€12,5 Minuten1.600€
SC Paderborn25.000€334 Minuten8.200€
VfL Osnabrück20.000€315 Minuten6.500€
SV Sandhausen2.500€12 Minuten800€
Hallescher FC5.000€23 Minuten1.600€
Hansa Rostock5.000€13 Minuten1.600€
1.FC Nürnberg20.000€12 Minuten6.500€
VfB Stuttgart30.000€218,5 Minuten9.800€
Borussia Dortmund30.000€212 Minuten9.900€
MSV Duisburg7.500€37,5 Minuten2.400€
Hamburger SV5.000€12,5 Minuten1.600€
VfL Wolfsburg10.000€15 Minuten3.300€
Union Berlin60.000€426,5 Minuten19.700€
SUMME317.500€35 175,5 Minuten103.900€

Der VfL Osnabrück hat gegen die DFB-Strafe für die friedlichen Fan-Proteste Einspruch eingelegt. Der VfL wurde vom DFB-Sportgericht mit einer Strafe in Höhe 20.000€ belegt, da Osnabrücker Fans bei den Spielen gegen Nürnberg, Rostock und Elversberg „unsportlich“ gegen Investoren in der DFL protestierten. Der VfL Osnabrück begründet seinen Einspruch unter anderem damit, dass in Folge der DFL-Mitgliederversammlung viele kritische Fragen bezüglich der juristischen, aber vor allem auch moralischen Legitimation des Abstimmungsergebnisses bzw. des Zustandekommens aufgeworfen worden sind und die Proteste vereinsübergreifend erfolgten. Die Proteste richteten sich nicht nur gegen die Investorenpläne der DFL, sondern auch gegen die sich offenbarende problematische Auslegung bzw. Anwendung der 50+1-Regel und somit auch um eine Kernfrage des deutschen Fußballs.

Osnabrücker Ordner tragen geworfene Tennisbälle vom PlatzOsnabrück | Bildquelle www.violetcrew.de

In der Stellungnahme des Vereins lässt sich Dr. Michael Welling, der kaufmännische Geschäftsführer des VfL Osnabrück, wie folgt zitieren: "Wenn friedliche Proteste zur Meinungsäußerung nicht stören dürfen, dann wird ein Grundprinzip ad absurdum geführt. Dies entspricht in keiner Weise unserem Demokratie- und Rechtsverständnis, weshalb wir uns entschieden haben, auch gegen das Urteil des Sportgerichts Einspruch einzulegen. Dieser Fall zeigt zudem in vielerlei Facetten nochmals deutlich, dass die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB dringend überarbeitet gehört. Wir werden daher auch den Gang vor ordentliche Gerichte in Betracht ziehen, sollte die Sportgerichtsbarkeit des DFB hier nach Abwägung aller Argumente nicht zu einem anderen Urteil kommen als bislang." 

 

» Zu den aktuellen DFB-Strafen «

Zu den Strafen-Tabellen gelangt ihr hier: 

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