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Ein Bild mit Pyro und Bier

News

Bildquelle: imago/Thomas Bielefeld
Stellungnahme der Fanszenen
vom 29.11.2018, 10:31 Uhr 2.079

Anstosszeiten: Der Protest geht weiter


Auch wenn die Fanszenen einen Teilerfolg feierten und die Montagsspiele zur Saison 2021/22 abgeschafft werden, wird der Protest für fangerechte Anstosszeiten weitergehen. So wird am kommenden Wochenende in den Fankurven in der 1. Halbzeit auf den organisierten Support verzichtet werden, um so ein weiteres Zeichen für fangerechte Anstosszeiten zu setzen. 

Die Proteste unter dem Motto 'In den Farben getrennt - in der Sache vereint' haben gezeigt, was die Fankurven gemeinsam erreichen können. 

Eintracht Frankfurt Fans protestieren gegen Montagsspiele | Bildquelle Eintracht Online

 Dennoch wird es in den unteren Ligen weiterhin Montagsspiele geben. Aus diesem Grund wird der Protest - auch in der 1. Bundesliga - flächendeckend weitergeführt. Gerade im Hinblick auf den TV-Vertrag ab 2021/22 fordern die Fanszenen, dass 
• freitags keine Spiele vor 19:30 Uhr angepfiffen werden 
• samstags und sonntags keine Spiele vor 14:00 Uhr angepfiffen
• und die Montagsspiele generell abgeschafft werden. 

Langfristig soll eine Strategie erarbeitet werden, wie der Fußball weniger abhängig von der Fernsehrvermarktung werden könnte. Es wird ein "Kernspieltag" gefordert, bei dem mindestens 2/3 des Spieltags zeitgleich stattfinden sollen. Gleichzeitig sollen die englischen Wochen in der Bundesliga abgeschafft werden und bei den Ansetzungen die sogenannte 300km-Regel berücksichtigt werden.

10.000 Stuttgart-Fans protestierten 2016 bei Karawane Cannstatt gegen Montagsspiele | Bildquelle Cannstatter Kurve

Die Stellungsnahme der deutschen Fanszenen: 

Keine Montagsspiele in der Bundesliga ab der Saison 2021/2022...

...so titelten die Zeitungen in der letzten Woche. Kurz zuvor veröffentlichten wir als Fanszenen Deutschlands unsere Protestpläne bezüglich des Spieltags vom 30.11. bis zum 03.12., bei welchem wir ein deutliches Zeichen gegen die Spieltagszerstückelung und insbesondere gegen Montagsspiele setzen wollen.

Und nun? Ist doch alles gut, Ziel erreicht, weitersingen, danke.

Pustekuchen!

Klar ist: Diese, bisher nicht verbindliche, Aussage, die wohl aus einem Stimmungsbild der Erstligisten hervorgegangen ist, ist ein großer Erfolg! Dieser Erfolg ist zurückzuführen auf den jahrelangen Protest gegen Spieltagszerstückelung und insbesondere auf den Protest seit der Einführung der Montagsspiele in der 1. Bundesliga. Dieses Stimmungsbild zeigt, was wir als Fans erreichen können, wenn wir gemeinsam starke und aussagekräftige Zeichen für unsere Rechte und Interessen setzen. Es zeigt auch, dass die Vereine eine entscheidende Rolle in der Vermarktungsspirale innehaben. Diese Rolle müssen die Vereine nutzen, um neben ihren berechtigten Kapitalinteressen auch unsere Interessen und Forderungen zu berücksichtigen und sie in der DFL zu vertreten.

Klar ist aber auch: Dieser Schritt kann nur der Anfang sein! Der Protest, der in den letzten beiden Jahren erheblich an Fahrt aufgenommen hat, war nur deshalb so stark und öffentlichkeitswirksam, weil er solidarisch von der ersten bis zur fünften Liga mitgetragen wurde. Diese Solidarität müssen wir auch weiterhin an den Tag legen! Wir freuen uns darüber, dass die Vereine der 1. Bundesliga Montagsspiele abschaffen wollen. Das reicht uns aber nicht! Wir wollen Montagsspiele generell abschaffen – in jeder Liga! Deshalb werden wir unseren Protest genauso in die Stadien tragen, wie vor dieser Meldung.
Gerade in der zweiten Bundesliga laufen vergleichbare Befragungen und Gespräche, wie in der ersten Liga. Diese Gespräche werden in der Woche nach dem Protestspieltag fortgeführt. Setzen wir durch unseren 45-minütigen Boykott ein konkretes starkes Zeichen dafür, dass sich die Zweitligisten der Entscheidung der Erstligisten anschließen. Zeigen wir darüber hinaus, dass wir Montagsspiele konsequent und generell ablehnen.

Das geht nur gemeinsam, die Zeit ist reif:

Holen wir uns den Fußball zurück – von der ersten bis zur letzten Liga!

 Die Fanszenen Deutschlands im November 2018

Bildquelle Titelbild: imago/Thomas Bielefeld