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Platz 8: Leipziger Stadtderby 119.122 vom 05.11.2020, 11:02 Uhr


Derbys in Deutschland: Lok Leipzig gegen Chemie Leipzig

vom 05.11.2020, 11:02 Uhr

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Leipziger Stadtderby: Lok gegen Chemie Leipzig | Bildquelle www.lok-fans.de | www.diablos-leutzsch.net

Leipziger Stadtderby: Lok gegen Chemie Leipzig 

Die Rivalität zwischen zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und der BSG Chemie Leipzig bzw. deren Vorgängervereine beruht auf eine einzigartige Situation. Bis zur Gründung von RB konkurrierten die beiden unterklassigen Vereine um die Vorherrschaft in der Stadt. Darüber hinaus erhält das Leipziger Stadtderby aufgrund der DDR-Zeiten eine politische Brisanz. In den frühen Jahren der DDR konzentrierte sich die SED-Regierung bei der Förderung des Leistungssports auf Lok und vernachlässigte dabei die BSG Chemie. Chemie musste die guten Spieler an Lok abgeben und fungierte so als Ausbildungsverein für Lok. Da Chemie im Jahre 1964 überraschend Oberliga-Meister wurde, stand Chemie in gewisser Weise für den Widerstand gegen das System. Während in den 80-ger Jahren die Sympathien eher bei Chemie lagen, vertrat Lok den DDR-Fußball im Europapokal, weshalb Lok mehr Zulauf bekam und sich die Vormachtstellung verlagerte. In Erinnerung wird auch die legändere Schlägerei von 1983 bleiben, bei der sich 300 Lok-Fans gegen 1000 Chemiker verteidigen konnten. 

Nach der Wiedervereinigung trennten sich die Wege der beiden Vereine - bis sie ab 1998 wieder regelmäßig in den Amateurligen aufeinandertrafen. Nachdem bei beiden Fanlagern Ultrà-Gruppierungen entstanden, verschärfte sich die Rivalität zwischen alten Lok-Hools und jungen, eher linken Chemie-Ultras. Immer häufiger kam es zu Aktionen (z.B. erbeutetes Diablos-Banner 2003 oder Hinterhalte), die zunehmend gewaltsam ausgetragen wurden. Trauriger Höhepunkt der Gewaltspirale geschah im Jahre 2007, als Lok-Hools eine Chemie-Weihnachtsfeier stürmten und eine Person durch eine Schreckschusspistole schwer verletzt wurde. 

Das Leipziger Derby hat in den vergangenen Jahren aufgrund der Gewaltbereitschaft der Fans in beiden Lagern für große Polizeiaufgebote gesorgt. Wegen der besonderen Brisanz und wiederkehrenden Ausschreitungen waren beim Leipziger Stadtderby zuletzt keine Gästefans zugelassen. 

 


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