Samstag Abend, Nürnberg, eine halbe Millionen Einwohner, Flutlicht. Eigentlich beste Voraussetzung für ein Fußballfest? Nicht für das DFB Team! Beim WM Qualifikationsspiel gegen San Marino erwartet der DFB ein Zuschauertief. DFB Präsident Reinhard Grindel sieht allerdings kein abnehmendes Interesse, vielmehr seien die Urlaubszeit und der Gegner an dem Negativrekord des Ticketverkaufs schuld. "Das Grundproblem ist keineswegs eine abnehmende Akzeptanz der Nationalmannschaft oder eine überzogene Kommerzialisierung" sagte er gegenüber der FAZ. Ob Herr Grindel verstanden hat warum beim DFB Pokal-Finale ein grelles Pfeifkonzert während der Halbzeitpause und andauernde "Scheiß DFB" Rufe dominierten, kann man nach dieser Aussage hinterfragen.
Die Gründe für das fehlende Interesse liegen auf der Hand
Die Fans scheinen gesättigt, gesplittete Spieltage, Champions League im A/B Rhythmus, Europaleague, Montagsspiele. Fußball jeden Tag, zu jeder Zeit - laut jüngsten Studien haben viele Fans den Konsum von Fußball in dieser Art satt. Zudem wird die Kluft zwischen aktiver Fanszene und DFB wird immer größer, so dass die Abneigung gegenüber dem DFB-Team immer stärker wird. Die lächerlichen Vermarktungsversuche ("Die Mannschaft"), also die Kommerzialisierung der Nationalmannschaft, in der Absatz von Merchandiseprodukten und Ticketpreise über 80€ wichtiger sind, als ein stimmungsvolles Stadion, runden die Sache ab. Natürlich reißt der Gegner (San Marino) und die zu erwartende Aufstellung niemanden mehr von den Sitzen und zuletzt waren Heimspiele nun wirklich keine sportliche Feiertage, aber allein den Grund im Gegner zu sehen zeigt, wie sehr der DFB die Augen vor der Realität verschließt. Waren doch einst Pflichtspiele der deutschen Nationalmannschaft im Wochen voraus ausverkauft und man konnte sich glücklich schätzen, ein Ticket ergattert zu haben. Bisher wurden nur 27.000 Karten verkauft, das ist extrem wenig für ein Pflichtspiel der deutschen Nationalmannschaft.
Länderspiele demnächst in kleineren Stadion
Obwohl Grindel die Schuld doch an der Urlaubszeit und dem Gegner sieht, werden die kommenden Spiele in kleineren Stadien stattfinden. "Die wichtigen und besonderen Spiele sind immer noch bestens besucht, aber der Hype, der durch die Heim-WM zwischen 2005 und 2014 entstand, hat ein wenig abgenommen", meinte Teammanager Oliver Bierhoff.
Wie Christian Streich schon vor Monaten anmerkte.....