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Chinesische U20 startet in der Regionalliga
vom 16.11.2017, 16:44 Uhr 582

Gescheiterter Dialog zwischen DFB und Regionalligisten


Bevor am Samstag um 14:00 Uhr das erste Spiel der chinesischen U20 in der Regionalliga Südwest stattfindet, sollte es zu einem Dialog zwischen dem DFB und Fanvertretern der Regionalligisten kommen. Zum Rückrundenauftakt spielt der TSV Schott Mainz - der an diesem Spieltag eigentlich spielfrei hätte - gegen die chinesische U20-Nationalmannschaft, die nun außer Konkurrenz in der Regionalliga antreten soll. Die Vereine sollen für die Testspiele - mit denen die chinesische U20-Auswahl auf Olympia 2020 vorbereitet - 15.000 € erhalten. 

Die Chinesen verfolgen langfristig das Ziel, aus dem Land eine fußballerische Großmacht zu formen. Dies soll mit einer umfangreichen Kooperation mit dem DFB erfolgen, der sich dadurch zusätzliche Einnahmen verspricht. DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte auf der Bundeskonferenz der Fanprojekte, dass er "das Ziel habe, deutlich zu machen, dass das Thema mit der chinesischen U20 eine prima Sache ist" und kündigt gleichzeitig an, die Partnerschaft mit China weiter zu vertiefen. 

Fans kritisieren die chinesische U20 in der Regionalliga
Fans kritisieren die chinesische U20 in der Regionalliga | Bildquelle: Blocksupport MD @twitter

Vor dem ersten Spiel hätte es allerdings zu einem Dialog zwischen DFB-Funktionären und Fanvertretern kommen sollen. Dieser ist jedoch gescheitert, da der DFB nicht damit einverstanden war, ausgewählte Journalisten als neutrale Beobachter zu dem Gespräch zuzulassen. Die Faninitiative der Regionalligisten erklärte daraufhin, dass sie sich "nicht ins Hinterzimmer locken lassen wollen und fürchten, anschließend ansehen zu müssen, wie die Geschehnisse verklärt werden."  Der vom DFB propagierten Transparenzoffensive scheint sich hierbei jals Propaganda zu erweisen. 

Die Traditionsvereine Waldhof Mannehim, Stuttgarter Kickers und TuS Koblenz haben bekannt gegeben, dass sie nicht bei den umstrittenen Testspielen teilnehmen werden. Kritisiert wird vor allem die Kommerzialisierung, bei der versucht wird den deutschen Fußball (hier die Regionalliga) auf dem asiatischen Markt zu positionieren und die mangelnde Transparenz seitens des DFB. Aber auch die Verbindung zwischen SAP, dem DFB und China wirft Fragen auf: Dietmar Hopp habe in einem Interview erklärt, dass SAP im chinesischen Sport vielversprechende Aufträge an Land ziehen könne. SAP tritt sowohl als Hauptsponsor bei der TSG Hoffenheim und Astoria Walldorf als auch beim DFB als Sponsor auf. Es scheint deshalb kein Zufall zu sein, dass die chinesische U20-Auswahl gerade in der Regionalliga Südwest teilnimmt. 

 


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