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Ein Bild mit Pyro und Bier

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DFB-Pokal 2026/27 · Fanszenen im Fokus
vom 19.08.2026, 08:53 Uhr 2.113

Fünf Pokalspiele, bei denen es nicht nur auf dem Rasen knistern dürfte


Die 1. Runde des DFB-Pokals 2026/27 steht an – und einige Paarungen bringen ordentlich Konfliktpotenzial mit. Wir haben fünf Begegnungen markiert, bei denen Vorgeschichte, Fanszenen oder politische Gegensätze für besondere Brisanz sorgen.

Fünf Spiele der ersten DFB-Pokalrunde 2026/27 mit besonderem Konfliktpotenzial
Unsere Einschätzung der brisantesten Begegnungen in der ersten Runde des DFB-Pokals 2026/27.

Maximales Konfliktpotenzial

1. Waldhof Mannheim – 1. FC Kaiserslautern

Ein Derby, das 1983 mit einer „Kriegserklärung“ begann: Nur rund 60 Kilometer trennen Mannheim und Kaiserslautern. Doch bei diesem Duell geht es um weit mehr als geografische Nähe.

Nach dem Bundesliga-Aufstieg 1983 musste Waldhof Mannheim ins Südweststadion nach Ludwigshafen ausweichen – und damit auf die andere Rheinseite, mitten hinein in das traditionelle Einzugsgebiet des FCK.

In Kaiserslautern empfand man diese „Expansion“ als Provokation. Der damalige FCK-Präsident Udo Sopp soll den Umzug sogar als „Kriegserklärung“ bezeichnet haben. Aus zuvor weitgehend friedlichen Nachbarn wurden Erzrivalen. Die Hintergründe dieser besonderen Rivalität hat der SWR ausführlich aufgearbeitet.

Seitdem gab es hitzige Derbys mit Pyrotechnik, großen Polizeieinsätzen und einigen sportlich motivierten Jungs, die nicht immer mit der Fantrennung einverstanden waren.

Beim Aufeinandertreffen 2020 waren rund 1.000 Polizeibeamte im Einsatz. Es kam unter anderem zum Abbrennen von Pyrotechnik, zum Abschuss von Feuerwerkskörpern und zu versuchten Platzstürmen aus beiden Fanlagern. Die Polizei veröffentlichte anschließend eine ausführliche Einsatzbilanz.

Das mit Abstand brisanteste Duell der ersten Runde. Unsere Einschätzung: maximales Konfliktpotenzial!

Sehr hohes Konfliktpotenzial

2. Rot-Weiss Essen – FC St. Pauli

Keine klassische Rivalität – aber ein Duell mit enormer politischer Brisanz.

Der FC St. Pauli positioniert sich seit Jahren klar antifaschistisch. Gleichzeitig wird bei Rot-Weiss Essen immer wieder über rechte Strömungen innerhalb von Teilen der Fanszene diskutiert.

Erst kürzlich sorgte ein Zuschauer aus dem Essener Block mit einem Hitlergruß für bundesweite Schlagzeilen. Rot-Weiss Essen verurteilte den Vorfall deutlich und kündigte rechtliche sowie vereinsinterne Konsequenzen an.

Man darf nicht eine komplette Fanszene über einen Kamm scheren. Trotzdem treffen hier politische Gegensätze auf zwei lautstarke und selbstbewusste Kurven. Das kann auf den Rängen und rund um das Stadion für erhebliche Spannung sorgen.

Unsere Einschätzung: sehr hohes Konfliktpotenzial!

Hohes Konfliktpotenzial

3. Hansa Rostock – VfB Stuttgart

Langsam wird diese Paarung zur Pokaltradition: Hansa Rostock und der VfB Stuttgart treffen in den vergangenen Jahren auffällig häufig im DFB-Pokal aufeinander.

2018, 2019 und 2020 wurde dreimal hintereinander dieselbe Begegnung in der ersten Hauptrunde ausgelost – und jedes Mal spielte man im Rostocker Ostseestadion. 2018 sorgte Hansa mit einem 2:0 für die Überraschung. In den beiden folgenden Jahren setzte sich der VfB jeweils mit 1:0 durch.

Nun kommt es bereits zum vierten Erstrundenduell seit 2018 und zum insgesamt siebten Aufeinandertreffen beider Vereine im DFB-Pokal. Auch Hansa Rostock spricht von einem bekannten Pokalgegner.

Dieses Duell hat außerdem eine konkrete Vorgeschichte: Im Januar 2025 trafen Fans beider Vereine in einem Regionalzug zwischen Nürnberg und Stuttgart aufeinander. Stuttgarter Fans sollen angegriffen und um Fanutensilien erleichtert worden sein. Die Polizei ermittelte wegen mehrerer Körperverletzungs- und Raubdelikte.

Nun reist der VfB erneut ins Rostocker Ostseestadion. Zwei große und aktive Fanszenen, eine volle Hütte, Flutlicht und eine noch recht frische Vorgeschichte.

Für uns eindeutig hohes Konfliktpotenzial.

Erhöhte Aufmerksamkeit

4. 1. FC Saarbrücken – Hertha BSC

Keine aktuelle Erzfeindschaft, aber zwei große und reisefreudige Fanszenen in einem engen Ludwigsparkstadion.

Bemerkenswert: Bereits 1989 kam es nach einem Hertha-Heimspiel gegen Saarbrücken zu schweren Unruhen. Nach der 1:2-Niederlage wurden Knallkörper und Leuchtraketen gezündet. Zuschauer versuchten, auf das Spielfeld zu gelangen und Souvenirs der Gegenseite zu erobern.

Das liegt allerdings mehr als 35 Jahre zurück und begründet keine heutige Rivalität. Dennoch: Die Kombination aus Pokalspiel, engem Stadion und zwei selbstbewussten Kurven macht diese Begegnung interessant.

Unsere Einschätzung: kein Hassduell – aber definitiv eine Partie, die man im Blick behalten sollte.

Erhöhte Aufmerksamkeit

5. Eintracht Braunschweig – Union Berlin

Auf den ersten Blick harmlos – doch im Hintergrund verläuft eine brisante Fan-Achse.

Grundsätzlich gibt es keine ausgeprägte Feindschaft zwischen beiden Lagern. Trotzdem könnte bei diesem Duell eine alte Dreiecksbeziehung der Fanszenen eine Rolle spielen.

Teile der Braunschweiger und Magdeburger Fanszenen pflegen seit Jahren freundschaftliche Kontakte und gegenseitige Sympathien. Die aktive Magdeburger Szene Block U bestätigte und respektierte diese Verbindungen 2019 ausdrücklich.

Und Magdeburg und Union? Die sind alles andere als beste Freunde. Verschärft wird das Verhältnis durch freundschaftliche Kontakte zwischen Teilen der Magdeburger Szene und Anhängern des BFC Dynamo – dem alten Berliner Rivalen von Union.

Wie angespannt das Verhältnis ist, zeigte sich 2019 beim Zweitligaspiel an der Alten Försterei. Magdeburger Anhänger warfen Gegenstände und Stangen in Richtung des benachbarten Union-Blocks und versuchten, den Zaun zu durchbrechen. Die Partie musste unterbrochen werden.

Braunschweig gegen Union ist deshalb kein direktes Hassduell. Durch die Kontakte nach Magdeburg bekommt die Begegnung aber eine zusätzliche Ebene, die man bei der Bewertung nicht völlig ausblenden sollte.

 

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